Story

Nächte über Portugal

Alle Texte basieren auf die Erfahrungen von meinen reisen durch die Welt.

Der Sturm zieht auf

Da wo sich das Meer und der Himmel auf einer einzigen zarten Linie, so dünn wie ein Seidenfaden, miteinander vereinen, zieht eine horizontalle, hellgraue Wolke entlang des Meeresspiegels auf. Sie verbreitete sich so weit, dass man kaum das Ende erkennen konnte.
 
Aus der Weite eilten kleine Fischerboote, Segelboote und mächtige luxsus Jachten Richung Hafen. Sie kamen genau aus der selben Richtung wie der Wind, der immer mehr an Stärke zunahm. Förmlich fühlte man die Eile und die Angst der Fischer vor dem Bevorstehenden.
 
Die Segelboote wurden von Minute zu Minute immer größer und größer. Irgendwann waren sie schon so nah, dass ich sie in deren wahren Größe betrachten konnte. Sie rasten an dem immensen schwarz-weiß gestreiften Leuchtturm vorbei und eilten in den Hafen zu deren Plätzen.
 
Zusammen mit dem zunehmend starken Wind, wurden auch die Wellen immer höher und prallten immer kräftiger gegen die Felsen entlang des Hafens auf. Das Wasser spritzte, durch den Aufprall der Wellen, auf allen Seiten. Das Geräusch des Aufpralles war so laut, dass man nicht mal mehr seine eigene Stimme hören konnte.

An dem Horizont, in der Unendlichkeit.

 
|The Mikira

Der unheimliche Tunnel

 

Vor Jahren wurde er tagtäglich benutzt, befahren und durchquert. Dadurch wurde dieser Tunnel damals zum Leben erweckt. Obwohl er schon damals sehr schlecht beleuchtet war und etwas gruseliges ausstrahlte, waren es genau diese lebendige Seelen, die ihn ein wenig Farbe verliehen haben und ihn somit etwas bunter machten.

Seitdem die Population wuchs und die neue moderne Technologie immer mehr zum Einsatz kam, wurden bessere und schnellere Straßen gebaut, so dass alle plötzlich die neuen Wege und Abkürzungen benutzt haben. Der Tunnel geriet in Vergessenheit. Ab diesem Stichtag gehörte der Tunnel der Dunkelheit an.

Sie erlaubte ihm ein wenig das Sonnenlicht zu erfassen und die Wärme zu spüren. Er sah die Bienen die vor dem Tunnel von einer Blume zur nächsten sprangen, aber nicht einmal eine kleine Biene traute sich den Tunnel zu betreten. Er war einsam und verlassen, alle hatten enorme Angst sich in diesen Tunnel rein zu wagen. Man konnte eindeutig spüren wie die eiskalte Dunkelheit in diesem Tunnel herrschte.
 
Wenn man sich dem Tunnel bis zu einem gewissen Punkt genährt hat, fühlte man einen kalten Luftzug. Man spürte die kalte Luft bis an den Knochen. Sobald man stehen bleibt verschwindet der Wind und die Wärme tritt im Vordergrund. Man macht einen weitere Schritt zum Tunneleingang und wieder spürt man den frostigen Wind, und als man wieder stehen bleibt wird der Wind durch eine sanfte Wärme ersetzt. Dieses Spiel läuft bis zum Eingang.
 

Sobald man den ersten Schritt in den Tunnel gewagt hat, fühlt man nur noch die Kälte der Dunkelheit. Ab da hört man kein Leben mehr. So wie der Tunnel in Vergessenheit geraten ist, ist mit ihm das Leben auch in Vergessenheit geraten.

Er ist und wird auf ewig der Dunkelheit überlassen.

 
|The Mikira

Die stille Stadt

Die Welt, was ist das für ein wunderschöner Planet. Habt ihr schon mal darüber nachgedacht? Jeder einzelne Ort an ihr ist so spezifisch schön. Jeder Meter, jeder Quadratmeter, jeder Millimeter ist auf seine eigene Art und Weise einzigartig, unabhängig davon ob von der Natur oder vom Menschen erschaffen.

Die Menschen zerstören sie zwar um Häuser und Gebäuden zu bauen. Jedoch entstehen an all diesen Orten bedeutende Geschichten. Die Menschen spiegeln darin ihre Gefühle und Emotionen. Sie erschaffen eine Welt nach ihren Vorstellungen. Es ist so fasziniert zu beobachten welcher Mensch welche Vorstellung von der Welt hat.

Wenn man diese Bauten betrachtet, hat man das Gefühl, dass man in die Philosophie des Menschen rein blicken kann. Man kann die Lebensart wieder erkennen die uns unsere Vorfahren eingeprägt haben.

Faro. Die stille Stadt wo sich das Meer und die Luft erheben.

|The Mikira

Straßen des hohen Berges

 
Sie ist ganz still und ruhg. Sie wartet auf ein Auto, der sie befährt. Doch in dieser Entfernung und in dieser Höhe des Berges wird die Straße nur sehr selten befahren. Man kann Wort wörtlich stundenlang mitten auf der Straße sitzen und man wird nicht gestört. Man kann seelenruhig entlang der Straße gehen und sicher sein, dass kein Auto einem entgegenkommen wird.
Genau das habe ich selber erleben dürfen. Man genießt die Stille, man hört das Vogelzwitschern und genießt die wundervolle Aussicht.
 
Diese Straße gleicht einer stilvollen Lady. Geschmückt mit dem Klang des Vogelzwitschern und umgeben von bunten Blumen. Sie führt einwenig nach rechts, dann nach links. Einwenig ist sie geneigt, auf mehreren Stellen ist sie gesäubert und auf anderen Stellen ist sie wiederrum komplett mit abgefallenen Baumblättern bedeckt. Teilweise fehlt 1/3 der Straße, doch sie bleibt sich selbst und ihrem Tanz treu und führt uns sicher entlang tiefen Schluchten, hohen Bäumen und entlang kleinen verlassenen Dörfern. Sie führt uns sicher und zuverlässig an unser Ziel.
 
Dort, an der Spitze des Berges, herrscht eine ganz eigene erstaunliche Ruhe. Es ist beruhigend still. Man hört nichts, außer den leichten Wind, der vorsichtig  die Bäume, die Pflanzen und die Steine umarmt.
Ab und zu hört man den einen oder anderen Vogel seine eigene Komposition singen, doch die Straße bleibt still.
 
Diese Straße ist die einzge Verbindung der Bewohner zu der Außenwelt.

 
|The Mikira